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Zur Geschichte des Hanfs im germanischen Raum

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Vor einigen Tagen erhielten Sie als Leserinnen und Leser einen ersten Einblick in die Geschichte des Hanfs. Dabei lag der Fokus des Artikels auf den Vereinigten Staaten von Amerika (USA). Im folgenden Beitrag möchte Ihnen cbuy.ch erneut ein Kapitel «Hanfgeschichte» vorstellen. Diesmal wird der Schwerpunkt jedoch auf den deutschsprachigen Raum, genauer gesagt auf das südwestgermanische Gebiet, gelegt. Gerade auch deshalb, weil die Leserschaft unseres Magazins mehrheitlich aus dem Dreiländereck Deutschland/Schweiz/Österreich kommt, liegt es nahe, sich die Geschichte des Hanfs in diesem Gebiet einmal ein bisschen näher anzuschauen.

Das erste archäologische Zeugnis von Hanf im deutschsprachigen Raum ist ein Fund von Samen der Pflanzenart Cannabis sativa. Diese wurden in einer frühgermanischen Graburne aus dem 5. Jh. v. Chr. im heutigen deutschen Bundesland Brandenburg gefunden. Der Verwendungszweck dieser Samen ist jedoch unklar. Sie könnten sowohl als Nahrungsmittel als auch zu kultischen Zwecken gedient haben. Es gibt archäologische Hinweise darauf, dass die frühgermanischen Völker bereits vor ihrer Sesshaftigkeit (erst zu Beginn des 1. Jh. v. Chr. liessen sich viele verschiedene Völker endgültig im heute als «germanisch» bezeichneten Sprachraum nieder) wild wachsenden Hanf zum Feuer machen verwendet haben. Zusätzlich wird Hanf in germanischen Quellen immer wieder als rituelles Symbol für die Fruchtbarkeit dargestellt. Weitere Quellen berichten davon, dass Hanf für die nordgermanische Liebesgöttin Freya als heilige Pflanze galt.

Im Mittelalter berichtet dann erstmals eine schriftliche Quelle von den medizinischen und bewusstseinserweiternden Fähigkeiten der Hanfpflanze. Die Benediktinerin und Universalgelehrte Hildegard von Bingen, die sich nachweislich intensiv mit der Naturheilkunde befasst hatte, schrieb über die Hanfpflanze: «Wer ein leeres Gehirn hat und Hanf isst, dem bereitet er etwas Schmerz im Kopf. Aber dem gesunden Kopf und dem vollen Gehirn schadet er nicht.»
Sie scheint in groben Zügen bereits rund tausend Jahre vor unserer Zeit einen ganz wichtigen Aspekt in Bezug auf die Hanfpflanze verstanden zu haben: Hanf ist nicht die Lösung für jedes Leiden und nicht alle Personen sollten mit ebendiesem behandelt werden. Gerade wenn man die Resultate aktueller wissenschaftlicher Untersuchungen in Betracht zieht, können einige Bestandteile der Hanfpflanze jedoch durchaus eine medizinisch hilfreiche Wirkung haben (z.B. bei epileptischen Anfällen oder bei depressiven Erkrankungen).

In aller Kürze:
Hanf spielte im deutschsprachigen Raum während Jahrtausenden eine wichtige Rolle. Ihm wurden sowohl «göttliche» und rituelle als auch medizinische Wirkungen nachgesagt. Die Universalgelehrte Hildegard von Bingen hatte bereits im Mittelalter verstanden, dass Hanf in gewissen Situationen durchaus medizinisch hilfreich sein konnte.

Quellen:

Herer, Jack (2016): Die Wiederentdeckung der Nutzpflanze Hanf, Cannabis, Marihuana. Herausgegeben und mit einer Vorbemerkung von Mathias Bröckers zur Neuauflage 2013, S. 275f.

Schmidt, Wilhelm (2013): Geschichte der deutschen Sprache. Ein Lehrbuch für das germanistische Studium. 11., verbesserte und erweiterte Auflage, S. 38f.

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